Sag mal, wie war das für dich?

Gastbeitrag. Hallo. Mein Name ist Maike, ich bin die Freundin, die den Klitzekleinen ein paar Tage nach seiner Geburt, hochschwanger besuchen durfte. Juttas Beitrag hat heute so viel in mir ausgelöst, drüber gesprochen haben wir nie so richtig, über diese doch schwere Situation.

Ich war damals so stolz, das ich den Kleinen sehen durfte. Ich stand selber kurz vor der Entbindung, meine Gefühle waren wirklich sehr gemischt. Auf der Station nur kleine Menschen, die um ihr Leben kämpfen, Eltern mit Sorgen und ich dazwischen mit dickem Bauch. So viele Gedanken in mir, aber ich war einfach überwältigt von dem kleinen Jungen, der so winzig und doch so stark war.
Ich kam mir so fehl am Platz vor, logisch. Aber hey, meine Freundin hat ein Baby bekommen, ist doch klar, das ich dem kleinen Mann `Hallo`sagen wollte, so wie es normal ist. Normal war allerdings gar nichts.

Die ersten Tage waren Alle sehr angespannt. Ich war über jede positive Nachricht aus dem Krankenhaus heilfroh. Doch wie man sich fühlt, wenn man ein Extremfrühchen bekommt, war mir so fern.  Alles war so anders als bei uns. Klar, wir lebten in der Babyblase, die normal sein sollte. Aber Jutta hat mir nie ein schlechtes Gefühl gegeben, im Gegenteil, ich finde ganz viel Vertrauen und Stärke.

Ich hatte oft das Gefühl, das viele Leute um uns herum sehr unsicher waren, was das Thema anging. Ich wurde gefragt, wie es allen geht. Immer wieder war meine Antwort, sprecht Jutta doch selber an, sie könnte diese Frage besser beantworten, aber irgendwie war da eine Hemmschwelle, vielleicht auch Angst. Keiner im Freundeskreis hatte diese Situation vorher erlebt. 

Ich hab dann überlegt, was man Jutta Gutes tun kann. Ich glaube in der Zeit waren es Kleinigkeiten, die geholfen haben. Eine kleine Tasche mit vielen Pröbchen,  Schnuller, Söckchen…die man sonst nach der Entbindung im Krankenhaus bekommt, die sie nicht bekommen hat ( warum eigentlich nicht?), habe ich ihr geschenkt. Hilfe angeboten haben alle oft. Aber helfen konnte man nicht wirklich, diese Last konnte ihr keiner abnehmen. Das war oft wirklich schwer auszuhalten. 

Vier Wochen nach der Geburt vom Klitzeklein kam mein Sohn zur Welt, gesund und munter. Oft habe ich mich gefragt, wie das wohl ist, könnte ich Jutta jetzt einfach besuchen und ihr Emil vorstellen. Ich war oft unsicher, habe bestimmt auch mal gesagt, wie anstrengend alles ist, damit ich nicht zu sehr schwärme, aber das hätte ich nicht müssen.  Unsere Freundschaft hat das gut ausgehalten. Sehr gut. Zeigt vielleicht auch wie stark eine Freundschaft sein kann. Langsam aber wurden die schweren Zeiten leichter, immer in kleinen Schritten, jede gute Nachricht, jeder Fortschritt wurde gefeiert. Klitzeklein und Emil konnten sich nun endlich persönlich kennenlernen.

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Eine komische Situation war  für mich der erste Geburtstag vom Klitzeklein. So viele Mütter, mit Frühchen. Jede Familie mit ihrer für mich ´krassen´ Geschichte. Ich bin ehrlich, ich war fasziniert, habe diese Geschichten verschlungen. Aber ich fühlte mich mit meinen kleinen Problemen echt schlecht. Wie gut es uns doch eigentlich ging. Ich muss echt sagen, wie sehr ich die Mütter bewundere. Schlaflose Nächte sind da wohl das geringste Problem. Immer öfter wurde ich mit dem Thema Frühchen dann auch konfrontiert, Artikel, Bücher, Reportagen. Immer wieder war und bin ich sprachlos, was die Medizin schafft.

Dann kam Emils erster Geburtstag. Ich sag mal so, alle waren sehr gespannt auf den kleinen Kämpfer, ich kann es verstehen. Wieder Berührungsängste und Unsicherheit. Gott sei dank hat der Klitzekleine Charme wie ein ganz Großer und uns schnell alle um den Finger gewickelt. Das Schönste für mich war, als Jutta sagte, das wäre der schönste und lustigste Tag seit Wochen gewesen. Hach.  🙂

Unsere Jungs. So unterschiedlich sie auch sind- wir waren und sind beide so stolz und manchmal, wenn wir mit den wilden Kerlen unterwegs sind, fühlt es sich ganz normal an. 02.jpg

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