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ich ich ich

Wie macht der Hund? – „Wau Wau!!! „ Und die Kuh macht wie? – „Muuuuh!!!“ Und die Mami? Na, die Mami macht jetzt ich ich ich !

Das kann ich nämlich auch: Ich ich ich! – Lange Zeit nicht mehr gemacht, aber nicht verlernt 😉  Es wird Zeit für ein bisschen mehr Egoismus. Es wird Zeit, dass ich wieder Zeit für mich habe. Für mich Innerlich und Äusserlich. Es wird Zeit, dass Ich wieder Ich sein kann.

Vorab, ich bin glücklich so wie mein Leben gerade ist. Nur komme ich selber darin nicht mehr wirklich vor. Ich nehme mich viel zu oft zurück, statt einfach mal „nein “ zu sagen und ganz klar zu sagen, was ich möchte. Gerade mit unseren grossen Kindern hier. Ich bin viel zu nett, nehme ihnen viel zu viel ab und binde sie viel zu wenig in das alltägliche Geschehen ein. Ich mache vieles lieber gleich selber, statt darauf zu bestehen, dass sie sich jetzt mal gefälligst selber kümmern und im Falle eines Falles, die von uns gezahlten Multimediageräte und den Internetzugang einmal sinnvoll einsetzen. Statt nach dem neuesten Trockenshampoo oder den aktuellen Spielertransfers zu googeln, gäbe es garantiert auch ein Video in welchem einem gezeigt wird, wie man bügelt. ( Wenn es das nicht geben sollte, dann sollte ich evtl diese Nische bei YouTube füllen 😉 ). 

Es passierte schleichend. Schleichend begann der Alltag hier, sich nur um die Kinder zu drehen. Um ihre Verabredungen, ihren Sport, ihre sozialen Kontakte. Selbst beim Kinderarzt wird man gefragt, ob der Kleine auch andere Kinder trifft. Soziale Kontakte, der Kontakt zu Gleichaltrigen, wäre sehr wichtig. Wie recht sie da haben…

Und so gehe ich zum Kinderturnen hier, fahre das grosse Mädchen nach da, wasche die Fussballtrikots und warte hier am Wochenende bis jemand zum Frühstück kommt. Wenn überhaupt eines der Kinder hier ist. Entweder sind alle unterwegs oder es ist so voll, dass man glauben könnte, wir betreiben eine Jugendherberge.

Haben der Daddy und ich die verrückte Idee am Wochenende einfach mal aus zu gehen, dann fragen wir hier nach, ob überhaupt eines der grossen Kinder Zeit hat und bereit ist auf den Kleinen aufzupassen.
Aber die Grossen, und gross fühlt man sich hier schon mit 12 Jahren, haben natürlich schon etwas vor. Und natürlich haben sie das dem Daddy schon erzählt ( der arme Mann leidet schwer an Gedächtnislücken, ich bin jeden Abend froh dass er alleine den Weg nach Hause noch gefunden hat). Oder sie haben mich mit mind 20 WhatsApp Nachrichten über ihre Pläne, Nicht-mehr Pläne und Aufenthaltsorte in Kenntnis gesetzt. Wenn nicht zufällig mitten in Köln plötzlich kein Internet mehr zur Verfügung steht. Oder der Akku leer war… oder oder oder…
Aber alleine die Tatsache, dass wir fragen ob jemand Zeit hat. Wir als Eltern fragen unsere Kinder ob sie Zeit haben, damit wir beide soziale Kontakte pflegen können. Das ist doch verkehrte Welt hier. Hier ist mächtig was in die falsche Richtung gelaufen und damit ist jetzt Schluß!

Hier entscheide ab heute ich. Ich entscheide darüber, wie mein Leben und mein Alltag auszusehen hat und ich entscheide auch, wer hier wann wohin kann. Und wenn ich Pläne am Wochenende habe, dann wird ab jetzt zuhause geblieben. Und ich werde gemeinsamen Mahlzeiten nicht mehr hinterher jammern. Es wird hier am Sonntag zusammen am Tisch gesessen zum Frühstück – und damit ich sicher sein kann, dass auch alle brav da sind, machen die Kinder das Frühstück – für mich und den Daddy. So wie wir beide das die Woche über machen.

Aber ich sehe es einfach nicht mehr ein, dass ich hinter den Bedürfnissen meiner Kinder zurückstecke weiterhin. Nicht ungefragt. Ich brauche nämlich auch Kontakt zu Gleichaltrigen. 😉 Und da brauch ich als Mutter auch meine Kinder nicht um Erlaubnis zu fragen oder um einen Termin zu bitten, an dem sie Zeit haben auf ihren Bruder aufzupassen. Und ja, ich schreibe diese Zeilen mit Wut im Bauch und ohne Nachzudenken. Und ja, ich weiss dass man einen Teil seiner eigene Bedürfnisse, denen der Kinder hinten anstellt. Einen Teil.

Aber es geht auf keinen Fall mehr so weiter, auf keinen Fall richten wir uns weiterhin nach den älteren Kindern hier und gucken, dass wir beide hier ein bisschen Raum für uns rausschlagen können, wenn es die Zeit der Kinder zulässt.

Eltern sind Eltern und Kinder sind Kinder. Irgendwann sind sie so alt, dass wir gleichberechtigt miteinander leben können. Aber noch ist es nicht soweit. (Zumindest bei den meisten Kindern hier). Ihr dürft gerne noch lernen. Und ihr müsst unbedingt noch vieles lernen. Aber dazu werdet ihr jetzt die Gelegenheit haben.

Denn, wie macht die Mutti jetzt: ICH ICH ICH. 

 

 

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