Kliniktasche.

Aus der Kategorie Damals-und-Heute: 

Damals. In meinem Leben vor Klitzeklein.
Die schwarze Tasche. In London gekauft. Während eines Wochenendtrips mit Daddy. So lässig Freitags Abends nach der Arbeit in den Flieger und Sonntags vormittag zurück. Die anderen Kids bei Oma oder Freunden. So war das mal. Damals normal. Heute kann ich mir das gar nicht mehr vorstellen. Heute sieht die Welt so anders aus.

Hier uns Heute.
Ist sie meine Kliniktasche. Klingt jetzt unspektakulär, packt doch jede schwangere Frau früher oder später die Kliniktasche. Soweit bin ich während der Schwangerschaft ja nie gekommen. Aber, es ist schon eine prima Sache, wenn man dann während der Wehen nicht noch lange rum suchen muss, ohne zu wissen was man eigentlich sucht und was man so braucht.
( Da fällt mir gerade ein, zwei Tage nach Klitzekleins Geburt bat ich den Daddy mir doch bitte saubere Wäsche mitzubringen. Mitgebracht hat er eine ganze Tasche voll: T-Shirts, kurze Hosen, ein Sommerkleid und den Bikini. Er hat einfach den Stapel mit den aussortierten Sachen von der Waschmaschine genommen…Also den Plan den Mann einzuspannen habe ich aufgeben. In dieser Beziehung zumindest 😉 ).
Zurück zur schwarzen Tasche. Jetzt ist sie meine Kliniktasche und gepackt. Klingt erst einmal total bescheuert und verrückt oder? Das Kind ist schliesslich über ein Jahr alt und längst zu hause. Stimmt. Allerdings in dem Moment, wo du beim Kinderarzt stehst und er die Worte „stationär“ und „Klinik“ in den Mund nimmt, hast du meist nicht mehr viel Zeit. Und vor allem geht mir dann alles mögliche durch den Kopf und ehe man sich versieht, sitz man auf dem Krankenhausbett, das Kind ist erstversorgt und der Handyakku leer.

Jetzt steht sie hier. Inkl Ladekabel, kleinen Shampoo- und Duschflaschen, Zahnbürste, paar Leggings und Shirts. Und gestern morgen fielen sie dann, die magischen Worte: „…dann stationär…“ und „besser in der Klinik dann“… spontaner Wochenendtrip über Pfingsten. Sozusagen.

Klitzeklein ist das erste Mal richtig krank. So mit Fieber und Erbrechen. Und weil dazu noch eine nette Entzündung der Harnwege gekommen ist und ein Antibiotikum in das Kind rein muss… er dazu noch so klein ist… wir das so noch nie hatten… ich nicht vergessen soll dass er Lungenkrank und Herzkrank ist… wäre die stationäre Aufnahme in der Klinik natürlich angebracht.

Dennoch haben wir zuhause begonnen, die Medikamente zu geben. Einen Tag wollen wir schauen ob es klappt. Das Fieber ist gestiegen, ich bin natürlich wieder fast durchgedreht und habe final noch mit dem Daddy mich gezankt. Den Kinderarzt verflucht „warum traut der mir denn immer so viel zu!?“, „ob das so ne gute Idee war?!“ und dann sind wir eingeschlafen. Klitzeklein und ich mit Blick auf die Kliniktasche. Und das Fieber ist gesunken, es wurde nicht mehr erbrochen und das Antibiotikum konnte schnell wirken und als es hell wurde, war er fieberfrei und munter.

Ich bin erleichtert und die Tasche bleibt erst nochmal hier stehen. Aber ich packe vielleicht ein bisschen „universeller“. So dass vielleicht beides ginge. Spontaner Wochenendausflug ans Meer oder, wenn es sein muss, spontaner Klinikaufenthalt.

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