Normal sein.

Der Wunsch eine einfach ganz normale Mutter mit Baby zu sein.
Ach, ich liebe normale Probleme! Nicht-Durchschlafen. Blähungen. Zahnen. Impfungen mit bisschen Wehleidigkeit am Nachmittag. Einfach toll.

Um selber ein bisschen mehr normal zu sein, hab ich vor einigen Wochen mal den kühnen Gedanken gehabt, mit Klitzeklein eine Spielgruppe zu besuchen. Nur so für Spass, mit anderen Müttern und ihren Babys. Ein paar neue Sozialkontakte für uns beide.

Natürlich kamen einen Tag später die Zweifel. Vielleicht ist das einfach auch zu viel für Klitzeklein? Wir haben ja 2x Physio die Woche, manchmal noch Termine beim Kinderarzt, in der Klinik oder im SPZ. Bisschen langweilen wäre ja auch gut und wer weiss ob es Klitzeklein überhaupt gut tut da zu sein. Dann wurden wir aber von anderen Früchenmamas ermutigt, und nach dem man uns gesagt hat dass Frühchen herzlich willkommen sind, hab ich den Kurs gebucht. Zusammen mit einer weiteren Frühchenmutter und Baby, besuchen wir nun Freitags morgens eine Spielgruppe.

Ach, was soll ich sagen… ich gehe gerne hin. Es ist so schön normal da. In der ersten Stunde allerdings, habe ich mich nicht getraut Klitzekleins Body aufzumachen, total bescheuert, aber die Elektroden waren noch auf seinem Bauch und ich wollte nicht dass die anderen Mütter die sehen. Ich wollte nicht auffallen. Viel mehr noch, ich wollte keine Fragen beantworten und eigentlich auch gar nichts über das Frühchen erzählen. Es ist schon eine etwas andere Welt in der andere Mütter leben. Ich wollte uns nicht sofort „nakisch“ machen. „Wenn du willst, dann kleben wir nächste Woche auch nochmal die Elektroden dran, dann seit ihr nicht alleine.“  Ach wie nett ist das denn?
Frühchenmütter sein ist vielleicht auch ein bisschen wie Käfer-fahren-und-sich-grüssen, oder?

Mittlerweile sind die ersten 10 Stunden rum und wir werden auch den nächsten Kurs mitmachen. Wir Früchenmütter zusammen. So ganz alleine hätte ich es nicht gemacht vermute ich. Der Austausch zwischen mir und den anderen Müttern ist ein bisschen weniger als ich gedacht habe. Ob wir soviel weniger Berührungspunkte haben oder einfach der Respekt, die Angst vor dem was mir passiert ist so gross ist? Ich hab keine Ahnung woran es liegt. Aber ich habe heute erzählt, dass wir die nächste Woche nicht kommen werden. Wegen einer OP. Ganz mutig.

2 Kommentare zu „Normal sein.

  1. Ich habe deinen Blog vor kurzem entdeckt und gleich alles gelesen. Als Mama eines späten Frühchens habe ich zwar vieles, was du beschreibst, nicht selbst erlebt, aber ich mag es, wie du schreibst, ehrlich, reflektiert und emotional. Ich wünsche euch alles Gute für die OP!

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