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Sich was gönnen können.

Letzter Punkt auf der to-do-Liste in meinem Kopf ist mein Kopf selber.

Klitzklein kommt nach Hause. In wenigen Wochen, fast schon Tage, ist Klitzklein wirklich bei uns zu Hause. So unglaublich das für mich ist, bleibt doch immer irgendwo in mir so ein kleines bisschen Unsicherheit. So richtig kann ich das noch nicht glauben. 

Trotzdem haben wir angefangen vorzubereiten. Einen  Kinderwagen gekauft, ein Beistellbett und Omas Kommode wird eine Wickelmöglichkeit fürs Erdgeschoss hergeben. 

Jetzt steht alles, Klitzklein geht es gut und ich könnte mal locker für zwei Stunden raus aus dem Klinikalltag und zum Frisör. Klitzklein schläft, also los. Damit es schnell geht, gehts zum erst besten Frisör an der Ecke, ich ziehe ne Nummer und warte. Es geht ein bisschen wie am Fließband, es ist laut und hektisch. Halbe Stunde schon rum… Mist ich muss gleich pumpen…. Schaffe ich ja gar nicht…. Auch nicht so dringend eigentlich… Dann halt Zopf… Vielleicht ein anderes mal….. Heute ja schon unruhig der Kleine… Besser ich geh mal rüber und gucke… Kann doch nicht zum Frisör während mein Baby im Krankenhaus liegt. Ich verschenke meinen Nummernzettel und gehe zurück zur Klinik. Klitzklein schläft und ich pumpe.

Darf man überhaupt so egoistisch sein? Aufm Sofa kuscheln mit Klitzekleins Dad? Grillspass mit den anderen Kindern? Geburstage feiern? Schoppen? Zum Frisör gehen? Während mein Klitzklein allein in seinem Wärmebettchen liegt? Was bin denn ich für eine Mutter? Bah.

Ich bin eine egoistische Mutter. Und zwar schon immer gewesen. Ein gesundes Maß an Egoismus, das habe ich mir bewahrt. Ich habe mein Leben an die Kinder angepasst, aber mich nie dabei ganz vergessen was denn meine Bedürfnisse sind, wer ich bin. 

Dieses kleine Menschlein hier, es hat eine ausgeglichene, fröhliche Mutter verdient. Es hat verdient, dass ich lächle und ihm das Gefühl gebe, dass alles in Ordnung ist. Das ich glücklich und strahlend morgens an sein Bettchen komme. Es hat verdient dass wir mit ihm lachen, Spaß haben und uns freuen dass er da ist und dass alles richtig ist, so wie es ist.

Und um den Aku aufzuladen, muss ich manchmal ein bisschen egoistisch sein und mich zum Lachen bringen lassen, mich verwöhnen lassen und mir etwas gönnen. 

Also, Termin gemacht beim Frisör. Einem „richtigen“, mit Cappuccino und netter Musik. Ohne Nummer ziehen, sondern mit Namen. Direkt gegenüber der Klinik. 😉

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