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Zusammentreffen 

Um Klitzeklein kümmern sich Ärzte, Schwestern und ich.  

Man könnte meinen, besser gehts nicht!  Hat man doch immer Angst um sein Kind. Selbst bei nem 17-jährigem wäre ich einer Monitorüberwachung gegenüber nun nicht abgeneigt. Auch einen Arzt zur Seite zu haben der die plötzlich auftretenden Bauchschmerzen am Montag bei einer 13-jährigen mal genauer unter die Lupe nimmt, wäre schon nett. 

Bei Klitzeklein haben wir das. Jeder Atemzug wird vermessen, jede Pampers gewogen und kontrolliert, jedes Häufchen genauestens beurteilt und alles dokumentiert. Sein allgemeiner Zustand wird in Kurven und Wolken festgehalten und wirklich jedes Körperteil wird täglich angeschaut. Anhand all dieser Daten kann man dann sehen wie es ihm geht. 

Allerdings ist die Angst immer noch da und die ganzen Geräte und das ganze medizinische Wissen der Ärzte und die Erfahrungen der Schwestern beruhigen mich nicht. Mutterinstinkt trifft auf Medizin und Technik und leider ergänzen wir uns offensichtlich nicht (immer). Medizin und Technik stellen meinen Instinkt immer wieder aufs neue in Frage und verwirren mich teilweise schon sehr. 

Der erste Stillversuch zum Beispiel. Natürlich war mir klar, dass Klitzeklein absolut nicht in der Lage ist, sich selber mit Muttermilch zu versorgen. Aber stillen ist weitaus mehr als nur den Bauch vollschlagen mit Milch. Es ist Nähe und Sicherheit. Ich gebe meinem Kind Sicherheit, in dem ich es ganz nah bei mir habe und nuckeln lasse – ich schirme es ab. Das ist unser Tanzbereich, da kommt keiner rein. 😉 Schon Klitzkleins große Schwester hat sich als Baby oft an die Brust verkrochen, wenn es ihr zuviel wurde. 

Klitzklein war glücklich und zufrieden und ist mit der Brust im Arm eingeschlafen. Konnte man auch am Monitor ablesen. Ach, ganz entspannt und lächelnd lag er da. Sogar geschimpft und gesucht wenn die Brust mal wegrutschte. Alles wie es sein soll.

Doch wir sind ja nicht zuhause und wir haben nicht alle Zeit der Welt und alles Schöne geht mal zu Ende. Die Schwester hat Klitzeklein dann genommen und zurück in den Inkubator gelegt. Schon da war mein Gefühl „das war so nicht gut“. Und Klitzeklein hat sich aufgeregt! geschimpft und geweint. Ein Schwall Wasser in die Nase vom Beatmungsgerät kam als Krönung noch dazu. Da war doch jemand in unserem Tanzbereich. 

Zwar hat er sich auch beruhigt wieder, aber auch unzufrieden kann man schöne Werte haben, ich bin nachhause mit dem unguten Gefühl dass er nicht glücklich und zufrieden war. Trotz guter Werte. Es gab ein neues Beatmungsgerät, er war ja laut Werten stabil. Die Nacht war voll mit Bradikadien…. er wurde geröntgt und immer wieder abgesaugt, gelagert, es wurde inhaliert…

Jetzt schläft er tief und fest. Kein Wunder nach der Nacht. Der erste Stillversuch war zu viel. Sagt die Medizin. 

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